IPG Newsletter Frühling 2010
25.3.2010
Liebe Freunde partizipativen Gestaltens
Den Newsletter im Garten zu schreiben, das wäre vor 10 Tagen noch undenkbar gewesen. Aber nun wärmen uns die ersten Sonnenstrahlen und der Frühling ist da. Zeit für unseren Frühlingsnewsletter, mit dem wir Sie über unsere aktuellen Themen, Entwicklungen und Angebote informieren möchten. Wir wünschen Ihnen viel Freude und Interesse beim Lesen, warme Osterfeiertage und freuen uns über regen Kontakt, gute Zusammenarbeit und viele Möglichkeiten zur Partizipation in diesem Jahr.
Aktuelle Projekte:
Bollertdörfer Initiative: eine Region nimmt ihre Zukunft selbst in die Hand
Unsere Vorzeigetruppe begeistert uns auch dieses Jahr: nach nur einem Jahr Zusammenarbeit hat diese Initiative es geschafft, Zusagen für knapp 100.000 Euro Fördermittel zu erhalten. Davon soll insbesondere das öffentliche Schwimmbad renoviert und für die nächsten zwei Jahre in Eigenregie betrieben werden. Der Landkreis wollte es schließen. Der Ausbau der Grundschule zur Ganztagsschule steht ebenso auf dem Programm der Initiative wie Jugendarbeit und ein ausgetüfteltes Konzept zum Leasing leerstehender Gebäude. So sollen junge Familien in die Dörfer geholt und die alte Bausubstanz erhalten werden. Die Bollertdörfer haben die Zeichen der Zeit verstanden und wollen Mehrgenerationendörfer werden. Sie wissen, dass nur sie selbst gegen demographischen Wandel und Landflucht aktiv werden können: mit der partizipativen Gestaltung der eigenen Zukunft.
- Ist Ihr Dorf, Ihre Stadt oder Region auch reif für den Wandel? Wir kommen gerne, berichten über gelungene Projekte und beraten und begleiten Sie bei der Zukunftsentwicklung Ihrer Region.
Mehrgenerationenspielplatz Oberpleichfeld: Mehrgenerationenlösungen sind die Zukunft
Auf der Grundlage der Ideen eines partizipativen Workshops hat das IPG einen Mehrgenerationenspielplatz in Oberpleichfeld entworfen. Mehrgenerationenlösungen, seien es für Spielplätze, Wohnhäuser oder Dorf- und Stadtentwicklung sind die Zukunft in strukturschwachen und vom demographischen Wandel bedrohten Regionen.
- Wir unterstützen Sie in der Planung und Umsetzung von generationenübergreifende Projekten.
European School Munich: SchülerInnen lernen Partizipation
Die Europäische Schule in München ist eine besondere Schule. Schülerinnen und Schüler aus ganz Europa werden hier in 8 Sprachen unterrichtet. In diesem Jahr wurde das neue Kantinengebäude eingeweiht. Doch ein neues Gebäude macht nur dann Sinn, wenn sich auch die Konzepte und Nutzungen entsprechend anpassen und entwickeln. Gemeinsam mit SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen und dem Kantinenpersonal führen wir in Kürze einen Workshop durch, um das Pausenerlebnis an der ESM so zu gestalten, dass es den Bedürfnissen und Anforderungen aller Beteiligten entspricht. Dabei spielen der Ort, das Essen, das soziale Miteinander und die Organisation eine Rolle. Im Vorfeld begleiten wir das Projekt über eine Internetseite und Social Media Angebote.
- Kinder und Jugendliche mit partizipativen Methoden und Prozessen vertraut zu machen, halten wir für eine entscheidende Zukunftsaufgabe, die bisher leider kaum an Schulen und Universitäten zum Tragen kommt. Daher möchten wir unser Engagement in dieser Hinsicht weiter ausbauen und freuen uns über Anfragen aus dem Bildungsbereich.
Anger Dudweiler: Preis für herausragende Beteiligung
Eines unserer frühen Projekte, der Anger Dudweiler - Saarbrücken wurde mit dem Gottfried Kühn Preis 2009 für Landschaftsarchitektur in Rheinland-Pfalz und im Saarland ausgezeichnet. In der Begründung des Preisgerichts heißt es: "Besonders herausragend an diesem Projekt war die konsequente Einbindung der Anwohner sowie der anliegenden Eigentümer und Nutzer in die Planung. Dies wurde insbesondere durch eine dreitägige moderierte Planungswerkstatt, in der die Grundlagen für das Gesamtkonzept erarbeitet wurden, sowie intensive Kinderbeteiligung erreicht."
- Beteiligungsworkshops für Planungsprojekte bilden den Schwerpunkt unserer Arbeit. Wir beraten städtische Behörden sowie Privatinitiativen und Unternehmen, und konzipieren, moderieren und entwerfen Beteiligungsprozesse, die zu konkrete Gestaltungslösungen führen.
Was uns inhaltlich beschäftigt:
Entwurfsorientierte Mediation: Konfliktlösungen in der Planung
Wenn wir auf unsere Arbeit der vergangenen Jahre zurückblicken, dann haben wir häufig mit konfliktbeladenen Orten gearbeitet. Insbesondere ehemalige Kasernen und durch den Nationalsozialismus belastete Orte sind uns wieder und wieder begegnet. Die Bearbeitung dieser Konflikte geschah oftmals neben der offiziellen Arbeit, für die wir engagiert waren: in Gesprächen mit Beteiligten und in der für unsere Arbeit typischen Auseinandersetzung mit dem Ort. Unsere Methodik, mit an Orten verankerten Konflikten umzugehen, ist ausgereift um diesen Aspekt unserer Arbeit in Zukunft stärker zu betonen.
- Wir beraten Sie im Umgang mit Orten, die aus sozialen, politischen oder historischen Gründen stark konfliktbeladen sind und entwickeln mit Ihnen behutsame Prozesse, die eine positive Auseinandersetzung und damit Konfliktlösungen ermöglichen.
Community Organizing: Starke Gemeinschaften organisieren
Im Zuge unseres Bollertdörfer-Projekts haben wir uns intensiv mit Community Organizing beschäftigt. Barack Obama hat Community Organizing unter anderem in seinem Wahlkampf angewandt. Starke Organisationen aufzubauen und bürgerschaftliches Engagement zu stärken, um gemeinsam Ziele zu erreichen sind Fähigkeiten, die heute mehr denn je gebraucht werden. Community Organizing bietet starke Werkzeuge zur positiven Mobilisierung von Menschen und Ideen. Wir sehen diese Methoden als integralen Bestandteil erfolgreicher partizipativer Projekte im Bürgerengagement an.
- Mit unserem Workshopangebot "Community Organizing" richten wir uns an alle Kommunen, Initiativen und Institutionen, die eine starke und aktive Mitgliederbasis aufbauen wollen, um Engagement zu fördern, Kampagnen durchzuführen oder Spenden zu sammlen.
Neue Kooperationen:
Socius: Beratung für gemeinnützige Organisationen
Socius ist eine Berliner Beratungsfirma für gemeinnützige Organisationen. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Socius unter anderem bei einer Tagung im Herbst 2009 zum Thema "Demokratie stärken. Kompetenz fördern" und bei der Ausrichtung eines Projektmanagement Workshops an der Hertie School of Governance.
Und sonst?
Einkaufsmarkt in Huntlosen: dem Investor freie Hand lassen?
Es ist ein bekanntes Verhaltensmuster: Gemeinden lassen ihren Investoren völlig freie Hand lassen, aus Angst, diese könnten sonst abspringen. Dabei kommen oft für das Ortsbild verheerende Planungen und Umsetzungen zu Stande. Nun ist das gleiche in unserem Heimatort geschehen. Unser kleines Bauerndorf erhält einen Supermarkt im Dorfkern wie man ihn aus jedem Vorort kennt. Alte Bausubstanz und Bäume werden abgerissen, eine innerörtliche Fläche großflächig asphaltiert. Wir haben innerhalb eines Monats unsere MitbürgerInnen aufgeklärt und ein Gegenkonzept mit entsprechender Planung entwickelt. Leider waren wir mt unserer Initative zu spät, so dass der Bau wohl bald beginnen wird. Dass innovative Ideen von einer Gemeinden mit ihren BürgerInnen und Investoren gemeinsam entwickelt werden, ist leider vielerorts Zukunftsmusik.
- Wir arbeiten an solchen Herangehensweisen jedoch weiterhin mit Überzeugung und Nachdruck und beraten jede Kommune und Initiative, die mit allen Beteiligten gemeinsam zukunftsweisende Projekte entwickeln möchte.
Webseite: Projekte hinzugefügt
Wir haben einen Teil unserer Projekte veröffentlicht. Nach und nach werden wir diese Sektion erweitern.
Mentoringsessions: Eigene Projekt mit partizipativen Methoden bearbeiten
Die Termine für die Mentoringsessions 2010 sind veröffentlicht. Wer beruflich oder privat an konkreten Projekten arbeitet, hat in unseren Mentoringsessions die Möglichkeit in einem intensiven und gleichzeitig familiären Rahmen eigenen Projekte mit partizipativen und gestaltungsorientierten Methoden voranzubringen.
- Für die kommende Mentoringsession im April können Sie sich jetzt anmelden
Wir freuen uns von Ihnen zu hören, mit herzlichen Grüßen
jascha rohr and sonja hörster
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